Achim Klippstein

Achim Klippstein

15. Jul. 2013 in Aktuelles 0 Kommentar

Im Rahmen der Vettweißer Kulturtage hatte der neu gegründete Heimat- und Geschichtsverein Vettweiß 2013 e.V. die Möglichkeit wahrgenommen, mit einer eigenen Ausstellung teilzunehmen.

Hierzu wurden von den Vorstandsmitgliedern viele interessante Informationen zusammengetragen und auf Ausstellungswänden präsentiert.

29. Aug. 2013 in Vereine 0 Kommentar

Die St. Gereon-Schützenbruderschaft Vettweiß-Kettenheim e.V. ist der älteste bestehende Verein unseres Dorfes und kann auf eine 150jährige Geschichte zurückblicken. Darüber hinaus ist er noch die zweitälteste Bruderschaft in der alten Rheinprovinz, die den Namen des heiligen Gereon, des Pfarrpatrons unserer Kirchengemeinde, führt.

So bestanden im Jahre 1930 in der Rheinprovinz 2.022 Schützenbruderschaften bzw. Schützenvereine. Hiervon hatten allein 425 den heiligen Sebastianus als Bruderschaftspatron, während nur 4 Gesellschaften den Namen des heiligen Gereon trugen. Von diesen 4 Gesellschaften ist unsere Bruderschaft die zweitälteste.

Die Geschichte der St. Gereon - Schützenbruderschaft Vettweiß-Kettenheim e.V. spiegelt sich auch in dem noch vorhandenen Schützensilber wieder. Es ist für die Erforschung unserer Bruderschaft insofern unersetzlich, als sämtliche älteren handschriftlichen Aufzeichnungen oder sonstigen Dokumente verlorengegangen sind.

Das Schützensilber umfaßt 97 Plaketten mit einem beachtlichen Gesamtgewicht von 7,5 kg. Da der jeweilige Schützenkönig das Tragen des Silbers nicht nur als eine Ehre, sondern auch als eine drückende Last empfinden würde, hat man das Schützensilber sinnvoll auf zwei Ketten verteilt. Die erste Kette von 4,5 kg enthält neben der Gründungsplakette vornehmlich die Schilde jüngeren Datums, während die zweite Kette von 3,0 kg überwiegend aus dem sogenannten Altsilber besteht.

Die einzelnen Plaketten, vielfach auch Schilde genannt, sind entsprechend der Zeit oder dem persönlichen Geschmack des Königs unterschiedlich gestaltet. So handelt es sich bei den ältesten Plaketten um einfache Königsschilde, während danach auch Ordenssterne und Rundscheiben beigefügt wurden. In neuerer Zeit überwiegen reich verzierte Plaketten in Kartuschenform.

Wer den mächtigen, aus Holz geformten Königsvogel herunterholte, wurde Schützenkönig und übernahm das Recht und gleichzeitig auch die Verpflichtung, bei offiziellen Anlässen die Königskette zu tragen.

 

Quelle: Homepage der St. Gereon Schützenbruderschaft e.V.

Vier Generationen - Lehrergeschlecht Körver

Der Chronist Jakob Rommerskirchen, Pastor in Vettweiß von 1602 bis 1655 berichtet, dass bei dem Überfall der Hessen während des 30jährigen Krieges im Jahre 1642 der Küster und Lehrer Hamacher gefangengenommen worden sei und sich mit 20 Talern habe freikaufen müssen. Einer weiteren Überlieferung Rommerskirchen zufolge,waren nach dem “Hessenkrieg“ nachstehende Lehrer in Vettweiß tätig:

Reyleder Gerhard - Landerbohr Johann - Haupt Thomas - Baufenberg Jakob

In seiner Überlieferung gibt Rommerskirchen weiter Aufschluss über Bezahlung und Aufgabe der Lehrer, wobei das Amt des kirchlichen Organisten und das des Lehramts stets miteinander verbunden waren. So erhielt z.B. Jakob Baufenberg außer seinem Gehalt als Organist zwei Malter Roggen dafür, dass er besonders arme Kinder unentgeltlich unterrichtete. Er hatte sich verpflichtet Kinder so weit zu fördern, dass sie nach 3 bis 4 Jahren in der Lateinschule mitarbeiten konnten. Dafür die Extrazahlung.

(Malter ist ein altes Getreidemaß und nach Regionen sehr unterschiedlich in Liter und Scheffel unterteilt. So ist ein Malter einmal in 10 Scheffel gleich 150 Liter unterteilt, mal werden 12 Scheffel mit 120 Liter berechnet oder gar 12 Scheffel mit 1248 Liter. Auffallende Unterschiede von Nord nach Süd, von West nach Ost, über das Reich verteilt.)

Zwei Tatsachen sind aus dieser kurzen Übersicht bemerkenswert. Zunächst sind die hier als teilweise Hauptlehrer aufgeführten Personen von 1642 an namentlich lückenlos aufgeführt.Dann hat das “Lehrergeschlecht“ Körver über vier Generationen fast 200 Jahre Schul und Erziehungsarbeit in Vettweiß geleistet.

Wahrlich ein “Ehrenblatt“ für Familie und Gemeinde.

Schülerbewegungen

Jahr: 1830 1863 1874 1913 1928 1934 1943 1948 1949
Schüler: 170 200 180 216 160 186 125 187 202

Das Schulgebäude

Französische Truppen, die, während des Pfälzischen Erbfolgekrieges von 1688 bis 1697, Vettweiß im Jahre 1689 überfielen, setzen Wohnhäuser, Backstuben und die Schule in Brand. Lediglich 30 Wohnhäuser blieben unbeschädigt, so dass der Unterricht in der Stube des Küsters abgehalten wurde.

Die Gemeinde begann im Jahre 1800 auf dem “Büchel“ (heute Markt 4) mit dem Bau einer neuen Schule, bestehend aus einer Lehrerwohnung und eines Klassenraumes. Einweihung war im Jahre 1802.Aufstockung des Schulgebäudes 1854 um eine weitere Lehrerwohnung und eines Klassenraumes. 1857 folgte noch ein Klassenraum, so dass nunmehr 3 Klassenräume und 2 Lehrerwohnungen zur Verfügung standen.

Die Gemeinde entschloss sich im Jahre 1892, die Aufnahmekapazität der Schule ist längst überschritten, zu einem Neubau an der heutigen Schulstrasse, bestehend aus zwei Lehrsälen und zwei Lehrerwohnungen. Somit standen insgesamt fünf Lehrsäle und vier Wohnungen zur Verfügung. Mit der Zeit reifte der Gedanke, die beiden Schulgebäude zu vereinen. Darum startete 1942 die Erweiterung an der Schulstrasse. Angebaut wurde der Südflügel mit zwei Lehrsälen, einem Amts und einem Lehrerzimmer. Die Lokalitäten wurden nach innen gelegt und der ganze Bau einheitlich ausgerichtet. Benutzt wurden nun drei Säle, der vierte wurde zu einem Turnsaal eingerichtet. Die ganze Inneneinrichtung wurde erneuert. Es wurden angeschafft: 50 Zweisitzer, 3 Schiebetafeln, 8 Schränke, 2 Lehrerpulte, 1 Amtszimmereinrichtung und sämtliches Turngerät.

Organisch mit dem Schulgebäude wurden auch die Wohnungen verbunden. Die Anlage: Vier Wohnungen und vier Lehrsäle bildeten nun ein Ganzes, eine Musteranlage. Leider fehlten die Heizkörper, so dass die eingebaute Heizungsanlage nicht benutzt werden konnten.


Die den folgenden Tabellen angebene Zeitspannen stellt die aktive Lehrzeit dar.

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Wappen der Ortsteile von Vettweiss

 
 
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