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Vettweißer Tisch droht nach zehn Jahren das Aus. ....weiterlesen

Uns gibt keiner Geld. So wie es aussieht, ist Ende des Jahres Schluss“, sagt Irmgard Rosbroy. Sie ist Mitgründerin und 2. Vorsitzende des Vereins Vettweißer Tisch, der Lebensmittelspenden an Bedürftige weitergibt. Akut ist das größte Problem, dass der Bus, mit dem die Lebensmittel abgeholt und später an Kunden, die nicht mobil sind, geliefert wird, kaputt ist.

120 bis 130 Familien in der Gemeinde haben eine Berechtigungskarte, um beim Vettweißer Tisch gegen eine kleine Gebühr Lebensmittel zu bekommen. Einer von ihnen ist Johannes Josef Schmitz. Er hat einen Pflegegrad, ist aufgrund einer Erkrankung nicht mobil und bekommt die Waren vom Tisch gebracht. „Ich weiß nicht, was ich machen soll, wenn es den Tisch mal nicht mehr geben sollte“, sagt er ratlos. „Ich mache mir große Sorgen.“

Das tut auch Irmgard Rosbroy. Lebensmittel und freiwillige Helfer seien nicht das Problem, sagt sie. Im Moment sei die größte Herausforderung der kaputte Bus. Für eine Reparatur seien zwei- bis dreitausend Euro nötig, besser wäre ein neues Fahrzeug für fünf- bis sechstausend. Aber selbst wenn die Reparaturkosten gedeckt wären, sagt Rosbroy, fehle es immer noch an Geld für den laufenden Betrieb: die Anmietung der Räume der Ausgabestelle an der Gereonstraße Vettweiß, Strom und Heizung sowie den Unterhalt des Transportfahrzeuges.

Rosbroy und ihre Mitstreiter haben den Verein vor zehn Jahren unabhängig von der Tafel gegründet. Unter anderem war das nicht möglich, da es im Umkreis von 25 Kilometern nur eine Tafel geben durfte und die von Zülpich damit zu nah war. Ob mittlerweile die Möglichkeit bestünde, doch noch unter das Dach der Tafel zu schlüpfen, vielleicht als Ausgabestelle einer bereits bestehenden Tafel weiterzumachen, hat der Vorstand des Vettweißer Tisches noch nicht geprüft. Genauso wie die aktive Suche nach Spendern noch aussteht. Das möchte Irmgard Rosbroy nun trotz ihrer Erkrankung schnellstmöglich angehen. „Ich lasse doch sowas nicht kaputtgehen nach zehn Jahren“, sagt sie entschlossen.

Mehr Unterstützung hätte sie sich von Seiten der Gemeinde erhofft, aber Bürgermeister Joachim Kunth (CDU) stellt klar, dass der Kommune die Hände gebunden sind. „Wegen des Haushaltssicherungskonzeptes haben wir nur ein kleines Budget an freiwilligen Leistungen.“ Um dem Tisch mehr finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen, müssten also an anderer Stelle – sprich: bei einem anderen Verein – die Gelder gekürzt werden. Der Vettweißer Tisch werde derzeit genau wie die anderen Vereine nach den gegebenen Richtlinien von der Gemeinde gefördert, erklärt Kunth. „Wir helfen schon in größerem Maße als bei anderen Vereinen, in dem das Sozialamt die Berechtigungskarten ausgibt und wir derzeit unkompliziert den Jugendbus zur Verfügung stellen, wenn der nicht gebraucht wird.“ Auch für Kunth steht fest: „Es wäre eine Schande, wenn der Vettweißer Tisch nicht mehr weiterexistieren könnte.“

Gelesen 24 mal Letzte Änderung am Montag, 28 Oktober 2019 14:25

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